Nach seiner Marathonlaufpremiere im Jahr 1987 beim 2. Hamburg Marathon (3:35:09 Stunden) wanderten in den nächsten 10 Jahren „nur“ 11 Marathonläufe in die Arne „Quentsch“ Franck Statistik. Neben Hannover (1994) und Beitostolen (Norwegen/1995) wurden davon neun Marathonläufe in Hamburg (mit vielen Blasen an den Füßen) unter die Laufschuhe gebracht.
Nun feierte der Hamburg Marathon am 26. April 2026 seine 40. Ausgabe. Für den „Quentsch“ war es der inzwischen 24. Start in seiner Geburtsstadt. Die Teilnahme am HH Marathon wurde also in den vergangenen knapp 30 Jahren, im Vergleich zu den ersten 10 Jahren, doch deutlich reduziert.
Früher war „natürlich“ einiges besser beim HH Marathon (die ganz persönliche Quentsch Meinung). Jeder Starter erhielt z.B. ein HVV Bahn Ticket für das ganze Wochenende, die Sportmesse war erheblich ansehnlicher und die Unterlagen gab es in einer tollen großen Plastiktüte (die man auch nach dem Lauf für viele Dinge besser einsetzen konnte als den heutigen Beutel). Das inzwischen doch sehr deutlich angestiegene Startgeld ist da eigentlich völlige Nebensache, denn wie ist das Motto: Entweder du willst es oder du willst es nicht!
Seit dem „Quentsch“ Renteneintritt läuft es bei dem alten Mann aus Kaltenkirchen nicht mehr rund. Zuerst traten ganz plötzlich bis heute noch anhaltende Beinprobleme bei einem Marathon in Bad Bramstedt im November 2025 auf, dann kamen auch noch starke Fußprobleme auf der linken Seite ab Jahresende 2025 dazu. So brachte das 100 MC Mitglied in diesem Jahr erst drei Marathonläufe mühsam in die Statistik. Einmal wurde im Januar in Bad Bramstedt komplett gewalkt (7:28:34 Stunden) und zwei eigene organisierte Marathonläufe in Lutzhorn und Lentföhrden mit einem Mix aus Walken und Laufen im März 2026 nach 5:55:55 und 5:46:00 Stunden beendet. Die letzte Lauftrainingseinheit vom „Quentsch“ fand irgendwann im Oktober 2025 statt. In Hamburg gibt es laut Ausschreibung eine Sollzeit von 6 Stunden nach dem letzten Starter, da steht so ein läuferisches untrainiertes „Quentsch Auslaufmodel“ natürlich doch etwas unter Stress.
Erst eine Woche vor dem HH Marathon entschied sich der „Quentsch“, der sich 2025 am ersten Meldetag für den Marathonlauf 2026 angemeldet hatte, für einen Start in Hamburg. Das Fußproblem hatte sich während eines Dänemarkurlaubs etwas reduziert. Statt Lauftraining sollten ihn seine Erfahrung von 394 Marathonläufen, Radtraining (2026 = über 4900 Km) und sein Schwimmtraining (2026 = fast 260 Km) irgendwie über die 42,195 km in das Ziel Nähe Hamburger Fernsehturm bringen.
Zwei Tage vor dem Marathon holte der „Quentsch“ zusammen mit der „Schnegge“ (100 MC Mitglied Sabine Kühl aus Alveslohe) die Startunterlagen in einer Messehalle in Hamburg ab. Für beide kamen so noch einmal zum Abholen der Startunterlagen neben dem Benzingeld jeweils 7 Euro Bahnfahrtkosten zur Startgebühr dazu. Auch musste man leider feststellen, dass der bisher kostenfreie große Parkplatz von „Netto Stellingen“ nun auch nach 90 Minuten (auch am Sonntag) eine Strafgebühr durch Kameraüberwachung präsentiert. Langsam schafft Hamburg sämtliche noch freien Parkmöglichkeiten ab. Kein Wunder also, dass der „Quentsch“ zum „Shoppen“ lieber auf die Tastatur drückt, anstatt wie früher recht häufig nach Hamburg in die City zu fahren.
Sonntag quälte sich der „Quentsch“ um 4:45 Uhr aus dem Bett. Nach einer Gymnastik- und Krafttrainingseinheit und schnellen 5,5 km auf dem eingespannten Rad im Keller zu der Musik der schwedischen Musikgruppe „Roxette“ (1988 CD Look Sharp!), wurden die bereits am Vortag bereitgelegten Laufklamotten angezogen.
Die Scheiben vom Auto musste zur Überraschung vor der Abfahrt vom Kaltenkirchen Langstreckenläufer noch freigekratzt werden. Um 6:30 Uhr erfolgte ein Fahrzeugwechsel in Alveslohe und die „Schnegge“ übernahm die Fahrt nach Hamburg Stellingen. Zum Glück wurde noch eine kostenlose Parkmöglichkeit Nähe Bahnhof Stellingen gefunden und ab in die Bahn bis zum Hamburg Dammtor Bahnhof. Nach dem Erreichen der Messehalle wurde der Kleidersack mit den Wechselklamotten dort abgegeben und dann ging es für die „Schnegge“ in Startblock O, während der „Quentsch“ sich noch ein paar Meter weiter nach hinten zum Startblock Q begeben musste.
Ab 8:30 Uhr erfolgte dann bei absolutem Traumwetter (Sonne, fast Windstille und von 3 bis 14 Grad ansteigende Temperatur während des Laufes) der Start der Startblöcke A bis L in der „Karolinenstraße“. Ab 9:30 Uhr starteten aus der Straße „Bei den Kirchhöfen“ die Startblöcke M bis Q. Der „Quentsch“ überquerte die Startlinie als drittletzter Starter der Marathonveranstaltung, über 45 Minuten nach dem Startschuss des Marathonrennens.
Kurz vor dem Wallringtunnel (ca. bei km 14) Nähe Hamburger Hauptbahnhof hatte der „Quentsch“ mit Walken und Laufen die „Schnegge“ eingeholt, die 9 Minuten vor ihm gestartet war. Kurz danach wurde der „Hetzel“ vom 100 MC erreicht. Wie der „Quentsch“ gehört auch der „Hetzel“ zum sehr anfälligen Baujahr 1962. Der „Hetzel“ hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 24 Minuten mehr auf der Uhr als der Kaltenkirchener. Der „Quentsch“ setzte sich nach ein wenig Gequatsche wieder mit seiner Walk/Lauf Taktik in Gange und erreichte die 21,1 km Marke nach 2:26:45 Stunden und war damit deutlich schneller als erwartet. Im vergangene Jahr war er bei der Streckenhälfte (zusammen mit Jaqueline Hasse) erst nach 2:30:11 Stunden angekommen, am Ende wurde es für ihn damals eine 5:07:10 Stunden Zeit. In diesem Jahr wurde er nach der Streckenhälfte jedoch durch das seit einem halben Jahr fehlende Lauftraining immer langsamer und benötigte für die zweite Streckenhälfte satte 3:02:03 Stunden. Zielankunft auf Platz 15007 von 15558 Finishern nach 5:28:48 Stunden. Somit wurde es natürlich die langsamste Zielzeit seiner 24 bisher in Hamburg absolvierten Marathonläufe dieser Großveranstaltung. Aber der ständig schmerzende Fuß hatte die 42,195 km überstanden und das war an diesem Tag eigentlich am wichtigsten.
Nachdem der Quentsch seinen Kleidersack abgeholt und sich umgezogen hatte, tauchte auch schon die „Schnegge“ in der Messehalle auf. Sie war mit 5:56:04 Stunden die bisher schnellste Marathonzeit mit ihrer neuen Hüfte gelaufen. Nachdem sich auch die „Schnegge“ umgezogen hatte, humpelten beide 100 MC Mitglieder recht langsam den ca. einen Kilometer zum Bahnhof Dammtor zurück und zahlten dort jeweils zum vierten Mal an dem Wochenende 3,5 Euro für das Bahnticket und durften in der völlig überfüllten Bahn noch einige Minuten stehen bis ein paar Bahnstationen weiter endlich Sitzplätze frei wurden.
Während sich die „Schnegge“ in Alveslohe kurz nach der Ankunft in die Badewanne legen wollte (und später an diesem Tag über den 4:0 Sieg von Dortmund jubelte), fuhr der „Quentsch“ nach Kaltenkirchen in das Erlebnisbad HolstenTherme. Dort duschte der Jahreskarteninhaber ausgiebig und schwamm noch lockere 10 Bahnen (250 Meter) im Sportbecken. Während sich dann die Laufklamotten in der Waschmaschine zu Hause drehten, wurde ein griechisches Gericht geholt und nach dessen Verzehr mit etwas Ouzo wirkte der Marathonlauftag mit der erzielten Zeit schon deutlich positiver.
Fazit: Traumwetter am Veranstaltungstag! Perfekte Organisation bei der Abholung der Startunterlagen, Abgabe und Abholung der Kleiderbeutel und die Zuschauer in Hamburg sind sowieso eine Klasse für sich. Natürlich ist der ganze Zeitaufwand und weitere Kosten (z.B. die insgesamt 14 Euro Bahntickets) für so einen Großstadtmarathon überhaupt nicht zu vergleichen mit den vielen kleinen (teilweise sogar kostenlosen) Marathonläufen, die von vielen 100 MC Mitgliedern in ganz Deutschland angeboten werden.
Für jeweils satte 135 Euro meldeten sich der „Quentsch“ und die „Schnegge“ am 29.04.2026 für den Hamburg Marathon 2027 an. Wobei der „Quentsch“ eine 20 Euro Gutschrift erhielt, da er ein Hamburg Vielstarter ist! Eine hohe Startgebühr, aber entweder du willst es oder du willst es nicht!
AF (Quentsch) Nr. 395
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