Wie immer im Sommer fragte Thomas G. an, dass er da mal was hätte. Diesmal sollten es die Malediven sein, wo der Reyrun-Marathon erstmals auf der Insel Hulhumale direkt neben der Hauptinsel Male stattfinden sollte. Günstig gelegen, denn auf Hulhumale ist auch der Flughafen.
Die meisten Infos waren auf dem Instagram-Konto, eher wenig auf der Homepage. Dafür fanden wir zwischenzeitlich die Anmeldeseite, so dass wir uns für den Marathon registrieren konnten. Später sogar die Starterliste auf Raceresult: es waren 15 Marathonis, 14 Halbe und jeweils ca. 80 für 5km und 10km gemeldet. Also eher eine kleinere Veranstaltung.
Wir flogen nach Istanbul und dann mit Etihad weiter über Abu Dhabi auf die Malediven, mit morgendlichen Bringdienst von Tochter Caro. Dort kamen wir pünktlich morgens um 5 Uhr an, fanden allerdings den Abholdienst vom Hotel nicht, weshalb wir ein wenig auf dem Flughafen suchen mussten. Klappte dann aber doch und wegen der günstigen Lage war man schnell im Hotel. Durch die Verzögerung konnten wir nach dem Einchecken direkt zum Frühstück gehen, so dass wir uns danach mit vollem Magen vom Nachtflug im Zimmer erholen konnten. Nachmittags gingen wir an den Strand, wozu wir nur eine kleine Straße überqueren mussten. Dort fanden wir einen Bootsverleiher, bei dem wir eine Tour auf eine Sandbank für den nächsten Tag buchten. Weiter ging’s zum Fährhafen, um auf die Hauptinsel Male zu fahren zur Startnummernausgabe. Schlechte Nachricht am Fahrkartenschalter: kein Fährbetrieb, dafür Busersatzverkehr. Kam uns irgendwie bekannt vor! Also zurück zur Bushaltestation und mit dem Doppeldeckerbus Richtung Male. Wir stiegen am Meerbad aus, in dem Schwimmunterricht in einem mit Kunststoffpontons vom Meer abgetrennten Schwimmbad stattfand. Das Bad hatte sogar eine überdachte Betontribüne. Weiter quer durch die Stadt Male vorbei am Nationalstadion, das mitten in die Stadt gebaut ist. In einem Café holten wir unsere Startnummer und bekamen ein Laufshirt des Veranstalters. Durch die Einkaufsstraße, um die üblichen Souvenirs zu kaufen, gingen wir zur Busstation. Da gerade Feierabend war, war der Bus voll und hielt die nächsten Stationen gar nicht an – Glück gehabt. Im Hotelrestaurant aßen wir Fish’n’Chips und ab ins Bett.
Am nächsten Morgen beim Frühstück gleich Brot, Butter und Marmelade für das nächtliche Marathonfrühstück mitgenommen und dann ging’s weiter zu dem Bootsvermieter zur gebuchten Tour. Der fuhr uns mit Motorrollern um zwei Blocks, wo ein Paar aus Sri Lanka dazustieß und nun fuhren wir per Auto zum Fährhafen. Mit einer weiteren Gruppe bestiegen wir unser spartanisches Ausflugsboot zur Sandbank. Sehr schön und für uns eine ganz neue Erfahrung. Nach dem Mittagessen, das uns an die indische Küche erinnerte, fuhren wir per Boot an einen Platz, an dem wir schnorchelten und mit Fischen schwammen. Sehr beeindruckend.
Danach ging’s zurück zum Fährhafen und wir trafen Thomas und Adel, ein Lauffreund aus Saudi-Arabien, in ihrem Hotel, um in einem italienischen Restaurant Carbo zu laden. Wir machten Treffpunkt und Uhrzeit aus, wann wir gemeinsam zum Start um 2 Uhr morgens gehen wollten.
Wir trafen zur viert ca. 1:30 Uhr am Start ein, wo wegen der übersichtlichen Starterzahl beim Marathon (von 15 Melder traten 12 an), mehr Helfer als Läufer anwesend waren. Wir lernten den vierten Deutschen Christian kennen, sowie den Australier Kevin und den Spanier Daniel. Der Start war pünktlich und es ging auf eine 5 Kilometer-Wendepunktstrecke, die verkehrsfrei war und auf der es vier Verpflegungspunkte gab. Da sich die Läufer auf rund 90% der Runde begegneten, konnten wir uns auf den acht Runden immer wieder grüßen und anfeuern. Doris und ich hatten die Verpflegungsstrategie, dass wir am Start-/Zielbereich eine Cola aus unserer Tasche holten und diese gemeinsam verzehrten. Klappte gut und war eine hilfreiche Abwechslung zum Wasser des Veranstalters. Um 4 Uhr gingen die Halbmarathonis auf die Strecke, um 5:30 Uhr die Zehner und um 6:00 Uhr die Fünfkilometerläufer. So war mehr Leben auf der Strecke, so dass auch die Auto- und Rollerfahrer sowie Fußgänger erkannten, warum die Straßen halbseitig gesperrt waren. In meiner letzten Runde überrundete ich Doris, so dass ich nach meinem Zieleinlauf und Empfang meiner Medaille und Finishershirts kurz mit dem Veranstalter sprach und dann durchstartete, um Doris in ihrer finalen Runde zu begleiten. Wir bekamen auf dem ersten Drittel Geleit von einem Motorradpolizisten, danach wechselten wir auf den Bürgersteig und liefen ohne weitere Vorkommnisse ins Ziel. Zwischendurch schaute der Veranstalter auf dem Motorroller vorbei, winkte uns zu und verließ uns wieder, als er merkte, dass wir gut und sicher unterwegs waren. Doris finishte unter dem Applaus der Helfer und des Australiers, dessen Hotel direkt am Zielbereich lag. Auf dem Rückweg zum Hotel trafen wir den letzten männlichen Finisher, einen Inder, der extra die Frühstücksbar verließ, um uns zu gratulieren.
In unserem Hotel angekommen, wuschen wir kurz die Hände und frühstückten. Draußen, damit wir „auslüften“ konnten. Nach den ausgiebigen Duschen legten wir uns schlafen. Nachmittags kauften wir noch etwas zu essen und gaben dabei das letzte maledivische Geld aus, bevor wir uns per Shuttlebus zum Flughafen begaben. Danach flogen wir den gleichen Weg zurück nach Hamburg, wo wir Samstagabend von Jenny mit Familie abgeholt wurden. Zum Abschluss der Reise gab es Croque für die ganze Familie bei uns zu Hause.
Das war die Geschichte von Doris‘ 111. und Marios 117. Länderpunkt.
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